24. Mai: John-Wesley-Tag

In der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) ist der 24. Mai ein besonderer Tag, er wird auch „Aldersgate-Tag“ genannt. John Wesley wird nicht als Heiliger verehrt – das war er nicht –, sondern wir freuen uns darüber, dass Gott auch heute Menschen mit innerem Frieden beschenkt. • 1738 machte John Wesley eine befreiende Glaubenserfahrung; da war er 34 Jahre alt. Von „außen“ betrachtet war er ein geistlicher Mensch: Er betete regelmäßig, war Theologe und Pastor und schon auf Missions-Reise gewesen. Damit, so könnte man denken, war er doch ein guter Christ! Aber John Wesley fühlte eine Unruhe in seinem Herzen. Er sehnte sich nach einem fröhlichen, unbeschwerten Glauben; den spürte er nicht in sich. Er war streng mit sich selbst und dachte: Wenn ich viel für Gott tue und nach strikten geistlichen Regeln lebe, dann…  …dann müsste doch zwischen Gott und mir alles okay sein. Als er einer Gruppe Herrnhuter begegnet und sah, wie fröhlich und unbeschwert sie glaubten, wurde seine Sehnsucht nach solch einem Gottvertrauen stärker. In vielen Gesprächen mit einem von ihnen fragte er: Wie kann ich diesen unverkrampften Glauben finden? Doch er musste noch einige Monate warten. • Am 24. Mai ging er abends in eine Herrnhuter Versammlung, und zwar „ziemlich ungern“, wie er in seinem Tagebuch vermerkt. Doch genau dort spürte er endlich Gottes Liebe persönlich. Er beschreibt das so: „Mein Herz wurde warm. Ich spürte: Ja, jetzt vertraue ich Christus allein (und nicht etwa meiner religiösen Anstrengung). Mir wurde die Gewissheit geschenkt, dass Christus mich – ja, mich persönlich! – befreit hat und meine Sünde (die Entfremdung von Gott) vergeben hat.“ • Mit solch einer Erfahrung wird natürlich nicht alles im Leben komplett anders, aber schon am nächsten Tag freut sich John Wesley, dass er endlich im „Frieden mit Gott“ lebt, so sein Tagebucheintrag. Im Rückblick auf diese besondere Gotteserfahrung am 24. Mai sagt er später: Ich hatte vorher den „Glauben eines Sklaven“ und bekam den „Glauben eines Sohnes“. Dieses tiefe, ungetrübte Vertrauen zu Gott hat ihn in seinen weiteren 53 Lebensjahren begleitet. • John Wesley wurde der Vater der großen methodistischen Bewegung in England, predigte über 40.000 mal vor Arbeitern, auf Marktplätzen und in Gemeindehäusern; tausende von Menschen, die in Bergwerken und Fabriken schuften mussten, konnten ein ganz neues, zuversichtliches Leben beginnen. Auf seinem Sterbebett sagte John Wesley: „Das Beste ist: Gott ist mit uns!“ • Übrigens „Aldersgate“-Tag deswegen, weil der Gemeindesaal der Herrnhuter in der Londoner Aldersgate“-Straße lag. JGe