Freitags-Impuls (8) „Kriegs-Ende?“

Tausend vor Christus. Bürgerkrieg. Zwei Generäle. Abner und Joab. Große Verluste. Und dann lesen wir in der Bibel: „Abner rief zu Joab hinüber: Wie lange soll das Schwert noch morden? Denkst du nicht daran, dass dieser Krieg nur Leid und Hass mit sich bringt?“ 2. Samuel 2,26 (Hoffnung für alle)  Krieg bringt immer „nur Leid und Hass“, ob damals in Israel, der 2. Weltkrieg, der heute vor 75 Jahren endete oder der Bürgerkrieg in Syrien, der nun fast schon 9 Jahre andauert. Immer Hass. Immer Leid. – Abners Frage hört sich ja ganz vernünftig an: Wie lange soll das noch so gehen? Ebenso Joabs Antwort darauf: „Wenn du das nicht gesagt hättest, hätten wir dich weiter verfolgt.“ Aber solch ein vernünftiges Gespräch mitten im Krieg – das es in jedem Krieg gibt – hatte nur kurzen Bestand, denn nur ein paar Sätze später notiert die Bibel: „Der Krieg zog sich lange hin…“ 2. Samuel 3,1.
Manche Menschen sagen: Die Christen sollen mal ihren Mund nicht so weit aufreißen, wurde doch in der Vergangenheit im Namen Gottes viel „Leid und Hass“ in die Welt gebracht. Gewiss. Aber es gibt auch viele beeindruckende Anstrengungen für Frieden. Als 1948 in Amsterdam der Ökumenische Rat der Kirchen gegründet wurde, sprachen ehemalige Feinde einmütig: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.” Eine Überzeugung, die in viele Ethiken und Grundsatzprogramme Einzug gehalten hat. Ein weiteres Leitwort hat sich seit den 80er Jahren eingeprägt: „Schwerter zu Pflugscharen“, das Motto der Friedensdekade 1982 in der DDR, auch von einem Teil der westdeutschen Friedensbewegung übernommen. Damit schließt sich der Kreis, wieder zur Bibel. Denn dieses berühmte Motto stammt vom Propheten Micha. In einer Vision sieht er, dass die Völker nicht mehr gegeneinander Krieg führen, sondern sich um das Wohl aller Menschen kümmern. Dann „verlernen sie das Kriegführen“ (Micha 4,3) Noch ist das nicht Realität. Und die Vision sagt auch: Die Menschen müssen schon Sehnsucht nach Gott haben, den Wunsch in sich tragen, „wir wollen lernen, so zu leben, wie Gott  es will.“ (Micha 4,2) Diese Sehnsucht wünsche ich uns für die nächsten 75 Jahre! Und der Friede Gottes sei mit euch! (Joachim Georg)

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