Freitags-Impuls (7): „Welt-Regisseure?“

Am vergangenen Sonntag habe ich einen wunderbaren Fernseh-Gottesdienst aus Ingelheim gesehen, der unter dem Motto „Demut“ stand. In der Predigt wies Alt-Bischof Dr. Wolfgang Huber darauf hin, dass wir Menschen, bei aller Erkenntnis und Forschung, viele Dinge nicht erklären können. Manche Menschen hätten immer noch die naive Vorstellung, Gott sei der souveräne Regisseur aller Prozesse, der das „Welt-Theater“ schadensfrei zu Ende bringte. Damit, so Huber, sind aber Krisen-Erfahrungen wie diese jetzt „nicht vereinbar“. Heute hätten viele den Menschen an Gottes Stelle gesetzt; und dann sagte Huber etwas für mich sehr Nachdenkenswertes: Wenn wir uns als die kompetenten Regisseure der Welt verstehen, „wird es nicht besser – im Gegenteil!“ Ich musste schmunzeln und dachte: Nein, der Mensch hat nicht den totalen Überblick. Nein, die Erde ist „in Menschenhand nicht am besten aufgehoben.“ Nein, wir haben die Zukunft nicht im Griff!
Nach dem TV-Gottesdienst gingen meine Frau und ich spazieren. Bei einer Kleingartenkolonie fotografierte ein Mann frische Apfelblüten. Wir kannten uns nicht, kamen aber in ein kurzes Gespräch über das schöne Wetter und die wunderbare Natur; er versprach mir, ein paar seiner Bilder zu schicken. Und dies ist eins: Die Biene macht einfach das, was sie schon immer gemacht hat, unbeeindruckt von Krisen und irgendwelchen Welt-Regisseuren. Das ist für mich ein Bild für Gottes souveräne Schöpfung. Für Gottes kreative Weisheit, die ich nur zu einem winzigen Teil begreife. Dazu fiel mir ein poppiges Lied ein. Darin wird Gott angeredet als Schöpfer der Welt: „Du hast die Pflanzen gemacht. Du hast die Tiere gemacht. Du hast alles gegeben – für unser Leben.“ Ja, das glaube ich. In einfachen und in Krisen-Zeiten. Und weil ich Gott als Schöpfer der Welt und meines Lebens glaube, kann ich ihn auch loben. So heißt der Refrain des Liedes: „Du bist unser Herr! Wir ehren dich, wir beten dich an.“ Ich muss nicht alle Wunder der Schöpfung verstehen, ich kann Gott trotzdem unbekümmert loben. Und getrost die Biene machen lassen… Gott segne Sie und schenke Ihnen staunende Herzen! (Joachim Georg)

copyright: Bernd Hermann
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