Der Mensch — aus Erde und Geist

Was ist der Mensch? Fragen wie diese bewegen uns: Wozu bin ich hier? Was sind meine Wurzeln? Woher kommt meine Kraft? Auch die Philosophen fragen nach dem Wesen des Menschen. Auf der zweiten Seite der Bibel finden wir eine überraschende Botschaft: Der Mensch ist Erd-gebunden und Gott-bedürftig. Der Satz in Genesis 2 Vers 7 lautet: „Gott formte den Menschen aus Erde vom Ackerboden und hauchte ihm den Lebensatem ein. So wurde der Mensch ein Lebe-Wesen.“ Während der Kunstausstellung Natur.Schöpfung.Kunst (Anfang Juni) kam ich mit der Künstlerin Lisa Vanovitch über das Wesen des Menschen ins Gespräch. Ich erläuterte, dass in der hebräischen Sprache das Wort „Mensch“ ganz eng mit dem Wort „Erde“ (oder Acker) zusammenhängt: „Erde“, hebräisch „Adama“ besteht aus genau denselben Buchstaben wie „Mensch“, hebräisch „Adam“, nur einen dazu. Damit sagt de Bibel: Du Mensch, du bist aus denselben Bestandteilen wie alles andere Leben auf der Welt. Aber ebenso macht dich, Mensch, erst der „Geist“ Gottes zum Menschen, der „Lebensatem“, die Kraft zum Leben, mit der Gottuns Menschen beschenkt. Deswegen übersetze ich die Lebendigkeit des Menschen mit „Lebe-Wesen“. In ihrer Zeichnung Lisa Vanovitch beides, unsere Erd-Gebundenheit und Gottes-Bedürftigkeit, wunderbar eingefangen. Gut, wenn wir beides beachten: unsere Vergänglichkeit ernst nehmen — und die Verbindung mit Gott suchen und pflegen. Joachim Georg, Pastor

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