Heinz-Horst Deichmann gestorben

Am 6. Oktober kam die Nachricht im Radio, dass Heinz-Horst Deichmann, Begründer der Deichmann-Schuhe, gestorben sei. Warum diese Nachricht auf einer christlichen Website? Ich selber kaufe meine Schuhe eher nicht bei Deichmann, aber ich schätze Heinz-Horst Deichmann als engagierten und fröhlichen Christen. 2006 haben Andreas Malessa und Hanna Schott Deichmanns Biographie und Lebenseinstellung herausgebracht unter dem Titel Warum sind Sie reich, Herr Deichmann? Die Deichmann-Story: über den Umgang mit Geld und Verantwortung. Darin bekennt sich Deichmann als Christ. Auf Seite 136 ist der bemerkenswerte Satz zu lesen „Am Ende meines Lebens wird Gott mich nicht fragen, wie viele Schuhe ich verkauft habe. Er wird wissen wollen, ob ich wie ein wahrer Christ gelebt habe.” Heinz-Horst Deichmann hat seine Firma in der Verantwortung vor Gott geführt. Er nannte seine Mitarbeitenden „meine Nächsten” und „Gottes Geschöpfe”. Das sei nicht nur, so die Autorin und der Autor des Buches, das „Vokabular eines frommen Patriarchen”, sondern für Deichmann war klar: „Stakeholder Value statt Shareholder Value”. Diese Worte aus der Wirtschaftssprache bedeuten: Nicht der finanzielle Gewinn ist das Ausschlaggebende, sondern die Werte und Bedürfnisse aller, die mit dem Unternehmen zu tun haben, also die Kunden, die Mitarbeitenden, das städtische Umfeld, in dem das Geschäft liegt usw. Das Bild zeigt Deichmann neben Johannes Rau, dem ehemaligen, inzwischen verstorbenen, Bundespräsidenten. In seiner Laudatio auf Deichmann hat Rau im Jahr 2003 u.a. gesagt: Deichmann war dem Evangelium verpflichtet, er hat deutlich gesagt, „dass die Wirtschaft um des Menschen willen da ist und nicht der Mensch um der Wirtschaft willen.” (A.a.O., S. 144) Gäbe es mehr solcher Christen wie Deichmann in den Unternehmen, wäre Wirtschaft wieder „für den Menschen da”, wie Jesus es sagen würde. Darum diese Notiz auf unserer Website.

Bildrechte Deichmann Schuhe, aus dem Buch Malessa/Schott Warum sind Sie reich, Herr Deichmann?